“Generation Praktikum” ein Mythos
Eine aktuelle Untersuchung der HIS Hochschul-Informations-System GmbH kommt zum Schluss, dass der Begriff “Generation Praktikum” im Hinblick auf die Phase nach dem Abschluss des Studiums für den Absolventenjahrgang 2005 generell gesehen nicht gerechtfertigt ist; eine “Generation Praktikum” träfe nur auf einzelne Studiengänge und Wirtschaftsbereiche zu. So war nur etwa jede achte Absolvent eines Fachhochschulstudienganges und etwa jede siebte Absolvent mit einem universitären Abschluss nach dem Studium Praktikant. Besonders häufig absolvieren Absolventen der Magisterstudiengänge direkt nach dem Studium ein Praktikum.
Außerdem werden Praktika nach dem Studium von den Absolventen selbst als sehr positiv empfunden; es lässt sich also auch schlecht von einer generellen „Ausbeutung“ sprechen. Positiv bewerten die Praktikanten die Arbeitsaufgaben und den Lerngehalt durch das absolvierte Praktikum. Zudem sind Kettenpraktika, so dass sich ein Praktikum nach dem anderen aneinanderreiht, nur sehr selten. Die durchschnittliche Zahl absolvierter Praktika liegt – bezogen auf die Studenten mit Praktikumserfahrungen – bei 1,1 (FH) bzw. 1,2 (Uni).
Bei der Praktikumsvergütung sind die Meinungen sehr verschieden, so haben 34 Prozent der Universitäts- und 17 Prozent der Fachhochschulabsolventen keine Praktikumsvergütung erhalten. Dagegen wird die Praktikumsvergütung nur von 22 Prozent der Universitäts- und 28 Prozent der Fachhochschulabsolventen als gut oder sehr gut bezeichnet.
Besonders interessant ist der Einsatz der Absolventen in einem Praktikum bezüglich der unterschiedlichen Wirtschaftsbereiche:
Demnach zählen neben der Sammelgruppe der „sonstigen Dienstleistungsbetriebe“ vor allem Presse, Rundfunk und Fernsehen sowie Kunst und Kultur zu den intensiveren Nutzern von Praktikanten. In den Letzteren sind vergleichsweise viele Universitätsabsolventinnen und -absolventen als Praktikanten tätig.
Wenn es also eine ausgebeutete „Generation Praktikum“ gibt, dann vor allem im Medien- sowie Kulturbereich; Bereiche also, die durch ihre lautstarken Moralisierungen hinsichtlich einer angeblichen „Ausbeutung“ von Praktikanten speziell und Arbeitnehmern generell besonders auffallen. Leider – für die Praktikanten im Medien- und Kulturbereich – lassen sich Demagogen nicht durch Fakten überzeugen.

Samstag, 14. April 2007 16:15
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