Bewerbungsschreiben
Häufig wird der Stil des Bewerbungsschreibens nach einer vorgegebenen Beurteilungsskala analysiert. Gängige Bewertungskriterien sind:
Ausdruck: Ist der Stil vorwiegend aktiv, gilt der Kandidat als energisch; ist der Stil vorwiegend passiv, wird vermutet, der Kandidat handele abwartend, er sei eher sachlich. Ein vorwiegend substantivischer Stil gilt als distanziert bis steif, schwerfällig, affektiert. Ein vorwiegend verbaler Stil wird als lebendig, frisch, ungekünstelt, ungezwungen interpretiert.
Satzbau: Ein einfacher Satzbau lässt vermuten, dass der Bewerber unkompliziert und direkt ist. Schachtelsätze werden als unbeholfen, umständlich evtl. als verschroben und arrogant gewertet.
Satzverbindungen: Flüssige Satzverbindungen zeigen Wendigkeit und Intelligenz. Steife und unbeholfene Satzverbindungen deuten auf Ungeschicklichkeit, Anpassungsmangel und Mangel an Einfühlungsvermögen hin.
Wortumfang: Ein großer Wortumfang wird als Zeichen für Vielseitigkeit und Intelligenz gewertet. Bei einem geringen Wortumfang gilt der Bewerber als unbeholfen, einseitig, unbeweglich. Der Gebrauch von Fremdwörtern wird dann positiv gewertet, wenn sie nicht zu häufig verwendet werden und vor allem passend sind. Berufstypische Formulierungen und Fachtermini wirken professionell, sie sollten souverän verwendet werden. Wirkt ihre Verwendung aufgesetzt, so ist dies eher negativ.
Der Gesamteindruck des Briefes wird zur Bewertung des “geistigen Formates” des Bewerbers herangezogen. Die Denkstrukturen lassen sich meist gut aus der Gliederung des Briefes und der Mappe herauslesen.
